Artenschutz

Liebe Kunden, wissen Sie auch immer, ob ihre verwendeten Materialien dem Artenschutz unterliegen oder nicht? Auf Grund meines langjährigen Handelns mit diesen Materialien und den zusammengetragenen Informationen der zuständigen Behörden möchte ich Ihnen das Ergebnis nicht vorenthalten: 

Mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz und den Naturschutzbehörden des Landes Hessen möchte ich Sie auf die Einfuhrbeschränkungen und den Handel mit versch. Zähnen vom Narwal, Walross und vom Afrikanischen Elefanten hinweisen.

Wir müssen unterscheiden zwischen dem weltweiten Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) und der Europäischen Union durch die EG-Verordnungen (EG-VO).

Für oben genannte Zähne gelten folgende Regelungen:

Allgemeines:

Alle drei Arten unterliegen den Schutzbestimmungen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA). Dieses ist in der Europäischen Union durch die Verordnung (EG) Nr. 338/97 umgesetzt worden. Der Afrikanische Elefant und der Narwal unterliegen der höchsten Schutzstufe (Anh. I WA bzw. Anh. A der EG-VO), das Walross einer niedrigeren Schutzstufe (Anh. III WA bzw. Anh.B der EG-VO). Als Besonderheit ist dabei zu berücksichtigen, dass die Narwale in die zweite Schutzstufe (Anh. II WA bzw. Anh. B der EG-VO) eingereiht werden, wenn sie von der grönländischen Bevölkerung im Rahmen bestimmter Lizenzen gefangen werden.
Narwalzähne dürfen für kommerzielle Zwecke ab dem 01.01.2005 überhaupt nicht mehr eingeführt werden; auch die Narwalzähne aus Grönland, die vor diesem Einfuhrstopp erlaubt waren. Nachfolgend der genaue Wortlaut vom Bundesamt für Naturschutz:

Sehr geehrter Herr Heinle,
die Wissenschaftliche Prüfgruppe der EU hat gestern ein Importverbot für die kommerzielle Einfuhr von Exemplaren der Art Monodon monoceros aus Grönland erlassen. Aus diesem Grund können wir ab sofort dafür keine Einfuhrgenehmigungen mehr erteilen. Das betrifft auch Exemplare, die von Grönland nach Kanada exportiert wurden und danach von Kanada nach Deutschland importiert werden sollen. Bitte beachten Sie dieses Verbot bei Ihren Geschäftsabschlüssen. 

Mit freundlichen Grüßen 
Im Auftrag
Sterz 

Dipl.-Agr.-Ing. Mario Sterz
Bundesamt für Naturschutz
Konstantinstraße 110
53179 Bonn

Einfuhr in die Europäische Union: 
Bei der Einfuhr in die EU ist für die Arten der Anh. A und B der EG-VO eine Einfuhrgenehmigung erforderlich. Diese kann für Arten des Anh. A nur zu bestimmten begünstigten, nichtkommerziellen Zwecken erteilt werden. Exemplare von Arten des Anh. B können auch zu kommerziellen Zwecken eingeführt werden.

Vermarktung innerhalb der Europäischen Union:
Bei Exemplaren von Arten des Anh. A EG-VO ist grundsätzlich eine formale Ausnahme vom Vermarktungsverbot in Form der sog. Bescheinigung erforderlich. Diese kann nur erteilt werden, wenn die Exemplare z.B. vor der Aufnahme in die höchste Schutzstufe erworben bzw. in die EU eingeführt wurden. Beim Afrikanischen Elefanten bedeutet das, dass das Elfenbein vor dem 18. Januar 1990 legal eingeführt worden sein muss, da der Afrikanische Elefant zu diesem Datum in Anh. I WA aufgenommen wurde. Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft (EU) gelten grundsätzlich die Vorschriften der BRD (Amtsblatt der EU Nr. 1 140/18 v.23.05.1997)

Walrosszähne

können aus allen Ländern eingeführt werden (Ausnahme Russland). Einfuhrbescheinigungen müssen selbstverständlich auch hier beantragt werden. 

Am 20.08.2008 habe ich mich noch einmal an das Bundesamt für Naturschutz gewendet, da Parolen durch die Gegend geisterten es hätte sich bzw. es würden neue EU-Richtlinien in punkto Elfenbein herauskommen. Ich bat um Auskunft und habe folgendes erfahren was ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, damit auch Sie weiterhin auf dem neuesten Stand sind: 
Am 21.8.08 erhielt ich Antwort von Herrn Sterz: 

Sehr geehrter Herr Heinle, für den Handel mit Elfenbein sind keine Änderungen in absehbarer Zeit vorgesehen. Der Handel innerhalb der EU darf auch weiterhin gemäß VO(EG) Nr. 338/97 i.V.m. VO(EG) Nr. 865/2006 nur mit Antiquitäten oder mit Exemplaren, für die die zuständige Landesbehörde eine Bescheinigung zur Aufhebung vom Vermarktungsverbot erteilt hat, erfolgen. Die 14. CITES-Vertragsstaatenkonferenz hatte beschlossen, dass die südlichen Länder Afrikas (Namibia, Botswana, Simbabwe und Südafrika) ihre gemeldeten und registrierten Elfenbeinbestände in einer einmaligen Aktion verkaufen dürfen. Dieser Verkauf darf nur nach Japan oder China erfolgen und dieses Elfenbein muss anschließend in diesen beiden Ländern verbleiben und darf nicht in den internationalen Handel gelangen. Für die Europäische Union hat dieser Beschluss somit keinerlei Auswirkung. Bitte informieren Sie Ihre Kunden, dass sich an den bestehenden strengen Regelungen zum Handel mit Elfenbein nichts ändern wird. 
Für zusätzliche Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. 
Mit freundlichen Grüßen 
Im Auftrag 
Sterz 
Der gesamte von mir veröffentlichte obige Text und der Schriftverkehr mit dem BfN (Bundesamt für Naturschutz)betrifft die Einfuhr in die EU bzw. Bundesrepublik. Viel wichtiger aber ist der Handel mit Elfenbein innerhalb der BRD.
Es war eine Regelung zu finden, die einerseits mit den Vorgaben des EG-Rechts konform ist und andererseits eine zumutbare Handhabung bei der Vermarktung von Kleinteilen ermöglicht. 

Nach den letzten Verhandlungen im Jahr 2008 wurde am 8.9.2009 ein Merkblatt zur Vermarktung von Elfenbeinkleinteilen herausgegeben. Diese Maßnahme betrifft natürlich alle, die mit Elfenbein zu tun haben; der größte Teil davon aber verarbeitet Elfenbein zu Schmuck und anderen Kunstobjekten. 

Ich dagegen verkaufe mein Elfenbein als Rohware weiter und deshalb ergibt sich für mich folgende Regelung: Im Falle eines Verkaufs von Elfenbeinkleinteilen unter 50 Gramm an einen Endkunden, ist vom Verkäufer (also von mir) zum Nachweis des legalen Erwerbs eine qualifizierte Rechnung auszustellen die folgendes enthalten muß: Datum, Gewicht, Abmessungen, Nr. der Citesbescheinigung aus dessen Bestand diese Kleinteile entnommen worden sind und dem folgenden Hinweis: "Diese Rechnung dient als Nachweis des legalen Erwerbs. Sie berechtigt nicht zur weiteren Vermarktung (Verkauf). Sofern Sie das erworbene Elfenbein vermarkten wollen, wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Artenschutzbehörde zwecks Ausstellung einer Vermarktungsbescheinigung. / This invoice serves as evidence for the legal acquisition of the described ivory item. It does not authorize commercial activities. If you intend to use this item for commercial purposes please contact the competent authority for issuing a certificate for commercial use." 

Beim Verkauf von Elfenbeinkleinteilen die über 50 Gramm wiegen, müssen Einzelbescheinigungen (Citen) für jedes zu verkaufende Stück Elfenbein bei der hessischen Artenschutzbehörde Regierungspräsidium Darmstadt gegen Gebühr beantragt werden. Diese Bescheinigungen enthalten das Gewicht, die Abmessungen, die neu vergebene Cites-Nr., die alte Cites-Nr. aus der diese Teile entnommen worden sind und alle anderen Angaben die eine Citesbescheinigung enthalten muß. 

Am 17. April 2012 erhielt ich ein Schreiben vom Regierungspräsidium Darmstadt mit folgendem Inhalt: Elfenbeinmaterialien die mehr als 1 kg übersteigen oder über 20 cm lang sind müssen mit einer deutlich sichtbaren Gravur an der Außenseite gekennzeichnet werden. Der Kennzeichnungscode besteht aus der Nr. der EG-Bescheinigung und des Elfenbeingewichts (z.B. 06/12+2,183). Die Vertiefung in der Gravur ist mit einer unauslöschlichen Tinte auszufüllen. Die Anbringung des Kennzeichnungscodes kann mittels Schlagstempel, Einfräsung mit einer Bohrmaschine oder Lasergravur erfolgen. 

Sollten sich neue Änderungen ergeben, so werde ich Sie hier auf dieser Seite informieren 

Ihr "Messer-Spezial-ist" 

Horst Heinle